Tonträgergeschichten

Serge and Peppers – Ein Plattenladen im digitalen Zeitalter

Serge Berthoud ist 45 Jahre alt und in Bern geboren.
Bereits mit sechs Jahren hat er seine Leidenschaft zur Musik entdeckt. Er arbeitete 19 Jahre im Plattengeschäft «Chop Records» bis dieses 2017 schliessen musste. Seine Leidenschaft zum Tonträger bewegte Serge vor einem Jahr dazu, ein eigenes Plattengeschäft im Bern zu eröffnen.

Als mich ein Studienkollege auf den, vor einem Jahr neu eröffneten Plattenladen Serge and Peppers in Bern aufmerksam machte, wollte ich herausfinden, wie man zum Entschluss kommt, in einer Zeit, in welcher der Musik-Konsum mehrheitlich auf Streaming-Plattformen stattfindet und sich Tonträger kaum noch verkaufen lassen, ein solches Geschäft zu eröffnen.

Deshalb reiste ich mit dem Zug nach Bern, wo ich mich mit dem Inhaber Serge Berthoud zu einem Interview verabredet hatte.
In Bern angekommen, machte ich mich zu Fuss auf den Weg zu Serge and Peppers in die Rathausgasse 55, ein kleines Geschäft in der Berner Altstadt, welches typischerweise in einem Gewölbekeller untergebracht ist.

Serge Berthoud in seinem Plattenladen an der Rathausgasse 55. © Andreas Blatter

Im Plattenladen wartete Serge bereits mit einem Bierchen auf mich und nachdem ich mich zwischen den Vinyl und CD Regalen umgeschaut hatte, legten wir mit dem Interview los. Es war schon 18:30 Uhr und kurz vor Ladenschluss. Draussen schien die Sonne und Serge freute sich bereits auf den Feierabend, um nach draussen gehen zu können. Trotzdem nahm er sich genügend Zeit, um mir ein paar Fragen für das Interview zu beantworten:

Hallo Serge, wie bist du ins Musikbusiness gekommen?
Was waren deine Aufgaben, als du bei Chop Records begonnen hast du arbeiten?
Wann hast du erfahren, dass der Plattenladen schliessen wird?
Was war der ausschlaggebende Punkt dafür, dass du dich dafür entschieden hast, mit «Serge and Peppers» deinen eigenen Plattenladen zu eröffnen?

«Wenn d’Liideschaft stimmt, denn hani s’Gfühl strahlt mer das ou us und das gspüre d’Lüüt wo chömä!»

Hattest du ein Team, welches dir bei der Umsetzung deiner Pläne geholfen hat?
Wie bist du auf den Namen «Serge and Peppers» gekommen? Ich persönlich verbinde den Namen mit dem Beatles Album namens «Sgt. Pepper».
Wer kommt zu «Serge and Peppers»? Sind das Kunden die du bereits aus früheren Zeiten kennst oder konntest du auch viele Neukunden gewinnen?
Was sind das für Leute, die bei dir ihre Musik kaufen? Welche Zielgruppe möchtest du ansprechen?
Welche Massnahmen triffst du, um deinen Kundenstamm weiter auszubauen und um präsent zu bleiben?
Auf deiner Webseite «Serge and Peppers» ist zu sehen, dass du in der Vergangenheit auch kleine Konzerte in deinem Plattenladen veranstaltest hast. Wirst du das auch weiterhin machen?
Ich habe gesehen, dass du neben Vinyl auch noch CDs verkaufst. Wie sieht das Angebots-Konzept dahinter aus?
Früher war es gang und gäbe, dass Musiker ihre Tonträger einem Plattenladen zum Verkauf vorbeigebracht haben. Gibt es das heute, im digitalen Zeitalter, immer noch?
Du kuratierst unter dem Namen «Serge and Peppers» auch Playlisten auf Spotify. Welchen Mehrwert generierst du damit und wie gehst du mit dem Musik-Streaming-Trend um?
Nebst Musik-Streaming ist auch die Nachfrage nach Vinyl in den letzten 2 Jahren wieder stark gestiegen, was dir wahrscheinlich in die Karten spielt. Wie nimmst du diesen Trend wahr?
«Serge and Peppers» feiert bald sein 1-jähriges Bestehen.  Hast du dich in der Rathausgasse 55 gut eingelebt und gibt es vielleicht bereits neue Ideen für die Zukunft?
Wie bist du mit dem Geschäft zufrieden? Hast du manchmal Existenzängste?
Was wäre dein Wunsch für «Serge and Peppers» in naher Zukunft?

You Might Also Like

No Comments

    Leave a Reply